Omata Kanjo

Kanjo Omata (小俣冠丞, geb. 1998) ist der jüngste Maker in UNEARTHEDs Tokoname-Ausstellung — in Taiwan geboren, an einem Institut ausgebildet und Schüler von Yokei Mizuno — er formt Kyusu und Gongfu-Kannen mit einem unruhigen Gespür für Ton und Oberfläche.

About Omata Kanjo (Tokoname, Japan)

Kanjo Omata (小俣冠丞, b. 1998) is the youngest voice in this exhibition. Born in Taichung, Taiwan, and raised in Tokyo from the age of eleven, he trained at the Tokoname Tonomori Ceramic Art Research Institute and learned the teapot under the master Yokei Mizuno, also shown here.

He shapes pouring vessels, sharing pitchers and teapots with a clear attention to surface and texture, and his Taiwanese background shows in a leaning toward gongfu-style serving ware — the work of a young maker still finding his own handwriting in one of Japan's oldest ceramic traditions.

Close-up of a rough-textured clay chunk on a dark surface

Er spricht davon, die Oberfläche immer weiter auszureizen — den Tonkörper über das klassische „Birnenhaut"-Finish (Nashiji) hinaus in etwas Raueres zu treiben, das fast an Haifischhaut erinnert.

Über seine Arbeit, aus Marcels Besuch

Kurze Biografie

  • Geboren 1998 in Taichung, Taiwan; 2009 Umzug nach Tokio.
  • Abschluss an der Tokyo University of Agriculture (Fachbereich Regionalentwicklungswissenschaften) im Jahr 2023.
  • 2023 Eintritt in das Tokoname Tonomori Ceramic Art Research Institute (とこなめ陶の森陶芸研究所) — das städtische Ausbildungsinstitut —, Abschluss des Programms im Jahr 2025.
  • Erlernte 2024 die Kyusu-Herstellung bei dem Tokoname-Meister Yokei Mizuno (水野陽景), der ebenfalls in dieser Ausstellung vertreten ist.
  • Arbeitet in Kyusu (急須), Teeausgiessern (茶注) und Teilkannen (茶海), oft in den Techniken Mogake (藻掛) und Yakishime Nanban (焼締南蛮).
  • Seine Arbeiten gelangen über Galerien für zeitgenössische Keramik zu Sammlern — darunter die Gallery Utsuwakan (器館) in Kyoto — und nicht über den etablierten Teekannenfachhandel.
  • Einer von fünf Tokoname-Makern in der TOKONAME-Ausstellung von UNEARTHED im Juni 2026 — und mit Abstand die jüngste Stimme der Schau.

Omatas Arbeit bewegt sich in der ungelasierten Tradition der Tokoname-Teekultur: Er fertigt Kyusu, Teeausgießer (茶注) und Gongdao-Schalen (茶海) für den Gong-Fu-Stil — eine Verneigung vor seinen taiwanesischen Wurzeln. Er brennt im Mogake-Verfahren (藻掛, Brennspuren von Meeresalgen) sowie in Yakishime Nanban (焼締南蛮), und sein eigentliches Thema ist die Oberfläche: Die Textur seines Tons treibt er weit über das klassische Nashiji-Finish (梨地, „Birnenhaut") hinaus.

Einen Maker, der das Institut gerade erst verlassen hat, neben Meister wie Isobe und Mizuno zu stellen, ist eine bewusste Entscheidung: Omata gibt einen Ausblick darauf, wohin dieses neunhundert Jahre alte Handwerk als Nächstes führt. Es liegt auch ein stiller Faden der Überlieferung darin – denn die Teekanne, die er erlernte, stammt von Yokei Mizuno, dessen Arbeiten nur wenige Meter entfernt zu sehen sind.